Ohne Limit als Blu-ray

"Ende gut, alles gut". Das Sprichwort passt auf "Ohne Limit" nicht ganz, denn im Umkehrschluss würde es bedeuten, dass ohne gutes Ende auch der ganze Rest keine Qualität besitzt. Und das kann man über diesen einfach großartigen Film nun in keinster Weise behaupten. Er kränkelt ein wenig an seinem Ende, das wohl auf jeden Zuschauer uninspiriert wirken muss, der zuvor einen ganzen Film lang mit inspirierten, innovativen Ideen bestens entertaint wurde. Das Finale hat den Namen nicht wirklich verdient und Regie/Drehbuch waren schlecht beraten, diesem kleinen Meisterwerk von Movie diese Schwäche zuzulassen, denn letztlich spricht alles nur noch über diesen unnötigen Lapsus, was schade aber berechtigt ist.

Mehr Infos zur DVD ansehen


Also, den in jeder Weise unbefriedigenden Schlusspunkt außen vor gelassen, erlebt man mit "Ohne Limit" eine nur als grandios zu beschreibende Geschichte in einzigartigen Bildern. Anfangs des Films musste ich schmunzeln, denn die Figur des in den Tag hinein lebenden Protagonisten und die psychedelischen Bilder seiner "Traumwelt" erinnerten ungewollt an den den "Dude" Jeffrey Lebowski und dessen abstrakte Träumereien bzw. schrägen Erlebnisse. Doch die Dinge entwickeln sich bei Eddie Morra anders, vor allem tougher. Einmal angefixt von den Wunderpillen des Ex-Schwagers wird aus dem Low-IQ-Loser plötzlich ein Mastermind, dessen Geistesleistungen jeden Hochbegabten daneben wie einen Zwerg aussehen lassen. Die Folgen sind schneller beruflicher Aufstieg, rasant zunehmender Wohlstand und viele viele neue Freunde. Klar ist jedoch auch, dass der drogengestützte Höhenflug Morra's schnell Interessierte und Begehrende auf den Plan ruft, die gerne denselben Karriereweg einschlagen möchten, wobei ihnen jedes Mittel(chen) recht ist. Zu beklagen ist der junge Wunderknabe dafür aber nicht, hat er die bösen kriminellen Geister doch selbst gerufen, als sie seinem Weiterkommen nützlich waren. Nun kleben sie ihm auf den Fersen und werden zunehmend verlangender, gewalttätiger.

Das bleibt nicht der einzige Beleg dafür, dass jede Pille ihre zwei Seiten hat. Ebenso rasch, wie die schöne heile Welt entsteht, entstehen auch Gefahrenquellen, die sie gefährden. Eine davon sind die letalen Folgen, welche der Konsum der nicht zugelassenen Pillen hat bzw. der Entzug davon. Eine weitere Front tut sich auf, als Ex-Nobody Eddie im Drogen-High eine Bettbekanntschaft ermordet zu haben scheint - bewiesen wird es zwar nie, aber der Verdacht wird im Film (leider) auch nie ausgeräumt. Wirklich zu stören scheint es das Neu-Genie aber auch nicht, die Karriere steht im Vordergrund und Pillchen für Pillchen mausert sich der ehemalige Sozialfall zum gefeierten Senator; der weitere Weg ins Oval Office scheint nur noch Formsache, solange die Pillen reichen. Und da kommt sein beruflicher Mentor aus der Wirtschaft ins Spiel, dessen wahre Hilfs-Motivation erst gegen Filmende herauskommt und nicht ganz so nobel ist, wie vom Schützling vielleicht angenommen. Und noch eine dritte Seite hat ihre ganz eigenen Interessen an Eddie und dem Wow-Effekt seiner Erfolgsdroge. Wie sich herausstellt, gab es noch einen zweiten Wunderknaben in der Stadt, ebenfalls durch dieselben Pillen beruflich von Null auf Hundert gestiegen und nun offenbar nicht begeistert davon, Konkurrenz bekommen zu haben. Druck von allen Seiten also, die letalen Folgen des Entzugs vor Augen, einer Mordanklage ausgesetzt, von diversen Seiten bedroht und dann werden auch noch die Pillen knapp...Beste Voraussetzungen für ein Filmende mit einer überraschenden Wendung, einer moralischen Aussage, einem Clou. Und dann kommt an der Stelle eben leider nur etwas Laues, bei dem man sich zurecht fragt, ob es das jetzt schon war oder noch was kommt.

Aber sei's drum, der Film ist auch so großes Kino in tollen Bildern, mit klasse Schauspielern, stimmigem Soundtrack und einer sehr interessanten Geschichte um einen modernen verbotenen Apfel. Hat man wirklich verpasst, wenn man ihn nicht gesehen hat.

Copyright © filmfreaks.org | Impressum